EIFACH ZÄMÄHEBE

Eine betroffene Mutter erzählt

«Familien mit behindertem Kind leisten schon lange das, was nun die ganze Welt wegen des Coronavirus leisten muss! Wir werden in den Sozialkontakten eingeschränkt, weil viele keinen Kontakt mit Familien mit behinderten Kindern haben wollen. Wir werden eingeschränkt, weil viele Gebäude oder Schulen, in denen Veranstaltungen stattfinden, oft nicht barrierefrei sind. Wir sind in der Wahl des Urlaubes eingeschränkt, weil manche Kinder nicht flugtauglich sind, überhaupt nicht reisen können, kaum barrierefreie Unterkünfte zur Verfügung stehen. Geschwisterkinder werden von Lehrpersonen zu wenig ernst genommen, weil diese nicht verstehen, was es heisst, wenn das behinderte Geschwister aufgrund eines gesundheitlichen Notfalles ins Spital eingeliefert wurde. Wir wären angewiesen auf Home-Office-Jobs, die es viel zu wenig gibt! Jetzt mit dem Coronavirus muss auf Sozialkontakte verzichtet werden. Veranstaltungen finden keine statt. Ferien müssen storniert werden. Lehrpersonen müssen lernen, eine Krisensituation zu managen. All diese Dinge kennen Familien mit behinderten Kindern längst. Und jetzt plötzlich dient es auch den Arbeitgebern, dass die Mitarbeitenden Home-Office machen. Ich hoffe sehr, dass daran gedacht wird, wenn die Krise vorüber ist, dass Familien mit behinderten Kindern auch gerne Sozialkontakte hätten, an Veranstaltungen teilnehmen würden, Ferien machen würden und dank Home-Office weniger finanzielle Sorgen und eine berufliche Zukunft hätten.»

Wir danken Sylvia für diesen berührenden Beitrag.

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